Die Entstehung des Namens Schrattenstein reicht wohl in die
graue Vorzeit zurück. Das althochdeutsche „scrato“
und mittelhochdeutsche „schrat“ (Schratt),
bedeuten „Waldgeist“ oder „Kobold".
Vermutlich erfolgte die Namensgebung bereits vor der Zeitwende.
Illyrische oder keltische Jäger, die aus der Gegend von
Mahrersdorf, Maiersdorf, Emmerberg und Gerasdorf, oder Malleiten
bei Fischau kamen, wo ja jungsteinzeitliche Funde gemacht wurden,
dürften die ersten Menschen gewesen sein, die das enge
Schrattenbachtal betreten haben. Vielleicht befand sich sogar
auf einer Kuppel des Schrattensteines eine heidnische Kultstätte.
Ein Fels bei der Ruine wird ja heute noch „Teufelssstein“ genannt.
Die Lilie im Wappen der
Schrattensteiner soll ursprünglich ein keltisches Mondsymbol
gewesen oder aus der einst heiligen Kröte abgeleitet worden
sein. Daraus könnte man schliessen, dass die frühen
Vorfahren der Schrattensteiner keltischer Herkunft waren.
Der Kettenluß südöstlich von Schrattenstein,
erinnert übrigens auch an die Heidenzeit. Nach dem Namensforscher
Manfred Kmoch sollen Wörter, die von „gar, kat, ket, got
oder gut“ abzuleiten sind, eindeutig auf etwas Außerirdisches
hinweisen. Es handelt sich hier um die Umkehrung des Wortes
„TAG“ (=GAT). Während „TAG“ irdisch, über den Tag
bedeutet (tack=aufrecht), weist „GAT“ (kat) auf unterirdisch
(Katakombe) oder schicksalhaft (Katastrophe), beziehungsweise
direkt auf „Gott“ hin. Kettenluß bedeutet, wenn „Kett“
von göttlich und „luß“ von Abschnitt, Grundstück,
abgeleitet wird, soviel wie „göttliche Stelle“ oder „Gottesgrund“.
Demnach wäre auch „Gutenmann“, westlich von Schrattenbach,
als „Gottesmann“ oder „göttliches Mahnmal“ zu übersetzen.
Auf der südlich vom Kettenluß liegenden Höhe
„Auf der Kaehr“, beziehungsweise über dieselbe hinweg,
werden bereits Menschen lange vor Christi Geburt die „Umkehr“
der Sonne, zur „Sonnwendzeit“ beobachtet haben.
Wo sich heute das „Rote Kreuz“ von Kettenluß befindet,
stand vermutlich einst ein heiliger Baum, zu welchem die Menschen
aus der Umgebung, in der Heidenzeit, (heimlich wahrscheinlich
auch noch lange nach der Einführung des Christentums) gepilgert
waren, um die Erdenmutter oder den allmächtigen Himmelsgott
um Segen und Fruchtbarkeit zu bitten, dass dabei Tiere und ursprünglich
sogar Menschen geopfert wurden, ist anzunehmen. Der Stamm des
heiligen Baumes und später, dass an seiner Stelle errichtete
Kreuz, wurden einst mit Blut bestrichen. |